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Wie beuge ich in der Schwangerschaft eine Toxoplasmose vor?

Grafik Toxoplasmose in der Schwangerschaft Bei einer Toxoplasmose sind kleine Parasiten schuld an Ihrem Unwohlsein. (Einfach klicken zum Vergrößern).

Toxoplasmose - Alles Wissenswerte zu dieser Infektionskrankheit

Hinter der Bezeichnung "Toxoplasmose" verbirgt sich eine Infektionskrankheit, die insbesondere für Schwangere und deren ungeborene Kinder gefährlich sein kann. Auslöser sind die einzelligen Parasiten Toxoplasma gondii, die u. a. bei einem Kontakt von Tier und Mensch übertragen werden können. Genauere Informationen zu diesen Parasiten, deren vorkommen und wie Sie sie bei einer Infektion wieder losbekommen, erfahren Sie in diesem Ratgeber. Außerdem verraten wir Ihnen, welche Einflüsse diese auf Ihr ungeborenes Kind haben könnten und wie Sie sich am besten davor schützen können, damit Ihnen diese Sorgen erspart bleiben.

Ursachen der Toxoplasmose

Wie stecke ich mich an?

Als Verursacher der Infektionskrankheit gilt der Parasit Toxoplasma gondii, der auf allerlei Wegen zum Menschen finden kann. Eine große Ansteckungsgefahr besteht beim Verzehr von rohem bzw. nicht ausreichend gegartem Fleisch. Auch unzureichend gewaschenes rohes Gemüse, Salat oder Obst können Gefahrenquellen darstellen. Daneben ist feuchte Erde ein idealer Nährboden für die Parasiten. Früchte, die aus der Erde wachsen (z. B. Erdbeeren), können die Parasiten somit tragen - entsprechend kann man sich ebenso über die Erde (beispielsweise bei der Gartenarbeit) infizieren.

Als weitere Toxoplasma gondii-Quelle gilt der Kot von an Toxoplasmose erkrankten Katzen. Sollten in Ihrer Nachbarschaft viele Katzen unterwegs sein, sollten Sie also bei der Gartenarbeit besonders vorsichtig sein und auf jeden Fall Handschuhe tragen. Der Parasit kann in den Tieren mehrere Monate unbemerkt überleben. Schwangere sollten folglich auch die Säuberung der Katzentoilette Ihrer eigenen Katze lieber einem anderen Familienmitglied überlassen. Eine weitere Gefahrenquelle stellen nicht pasteurisierter Ziegenkiese und Ziegenmilch dar.

Zusammenfassung der Gefahrenquellen

Bild Schwangere mit Obst und Nüssen Ungewaschenes Obst und Gemüse sowie rohes Fleisch und Fisch gelten als Hauptüberträger von Toxoplasmose.

Um einer Toxoplasmose in der Schwangerschaft vorzubeugen, sollten Sie also die eben genannten Risikofaktoren tunlichst meiden. Zu diesen gehören (noch einmal zusammengefasst):

  • Der Genuss von rohem bzw. ungenügend gegartem Fleisch (z. B. Mett, Tatar usw.)
  • Der Kontakt mit Katzenkot bzw. -klo
  • Der Verzehr von ungenügend gewaschenem Gemüse und/oder Obst
  • Gartenarbeit (oder allgemein Erdarbeiten) ohne Handschuhe
  • Der Verzehr von nicht pasteurisiertem Ziegenkiese oder Ziegenmilch

Achten Sie außerdem auf eine entsprechende Hygiene, sprich Hände vor jedem Essen gründlich waschen etc. Selbiges gilt nach der Arbeit im Garten bzw. einem Kontakt mit Erde. Verzichten Sie auf die Reinigung des Katzenklos und überlassen Sie diese Aufgabe einem Familienmitglied (wenn Sie alleine wohnen, sollten Sie zum Schutz Handschuhe tragen).

Der Krankheitsverlauf - Symptome, Diagnose, Behandlung

Die Symptome der Krankheit

Die Inkubationszeit der Infektionskrankheit beläuft sich auf zwei bis drei Wochen. Der Parasit befällt nach und nach überall im Körper Zellen und beschwört auf diese Weise Entzündungen. Bei einer Erstinfektion werden oftmals kaum Symptome auffällig. Beschwerden lassen sich häufig nicht genau zuordnen. Erkrankte klagen zumeist über ein grippeähnliches Gefühl, leichtes Fieber und vergrößerte Lymphknoten am Hals.
Weitaus ausgeprägter treten die Symptome bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem zutage: starkes Grippegefühl sowie Kopf- und Gliederschmerzen, hohes Fieber, Nackensteifheit, Muskelschmerzen, Bewusstseinsstörungen und gar Lähmungen. Nach einer Erstinfektion mit Toxoplasmose besteht lebenslanger Immunschutz.

Habe ich eine Toxoplasmose? - Die Diagnose

Bild Blutabnahme am Arm Die Blutabnahme ist ein sicheres Mittel für den Nachweis einer Toxoplasmose.

Die Diagnose erfolgt mittels Blutuntersuchung beim Arzt. Dieser Test weist Antikörper nach, welche sich in Ihrem Blut bilden, um die Infektion zu bekämpfen. Da sich diese jedoch nicht sofort bilden, sind sie erst nach etwa zwei bis drei Wochen im Blut erkennbar. Sollte der Test negativ ausfallen, bedeutet das, dass Sie noch nie eine Infektion hatten und somit auch nicht immun sind. Sollte der Test hingegen positiv ausfallen, dann bedeutet das, dass Sie keine Angst vor einer möglichen Infektion haben brauchen.

In wenigen Fällen kann dies jedoch auch bedeuten, dass Sie sich während Ihrer Schwangerschaft mit dem Parasiten infiziert haben. Um herauszufinden, wie lange die bereits stattgefundene Infektion zurückliegt, müssen Sie einen weiteren Bluttest machen. Eine andere Möglichkeit, die genau sagt, ob sich Ihr Neugeborenes infiziert hat, wäre eine Fruchtwasseruntersuchung. Diese Methode sollten Sie aber genauestens abwägen, da diese ein Risiko für eine Fehlgeburt birgt.

Die Behandlung

Kommt es in der Schwangerschaft zur Erstinfektion, ist eine Behandlung dringend erforderlich. Die Behandlung einer Toxoplasmose geht eigentlich relativ einfach von statten. In den meisten Fällen wird Ihr Arzt Ihnen ein Antibiotikum verschreiben, welches auch verhindern soll, dass Ihr Kind sich ansteckt. Denn eine Infektion der Mutter bedeutet noch nicht automatisch, dass die Parasiten auch schon auf das Kind übergegangen sind. Daher sollten Sie sich bereits bei einem Verdacht an Ihren Arzt des Vertrauens wenden. Denn umso früher die Krankheit entdeckt und behandelt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass Ihr Kind noch keinen Schaden genommen hat oder nehmen wird. Die Therapie nimmt in der Regel vier Wochen in Anspruch. Hierbei wird zumeist eine kombinierte Therapie aus Pyrimethamin und Folsäure angewandt. Zusätzlich wird ein Antibiotikum mit dem Wirkstoff Sulfonamid verabreicht.

Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung

Um Sie erst einmal zu beruhigen, sollte gesagt werden, dass eine Erstinfektion mit der Toxoplasmose während einer Schwangerschaft nur äußerst selten auftritt. Statistisch gesehen ist die Ansteckungsgefahr gering zu betiteln: Lediglich 0,2 Prozent der schwangeren Frauen erkranken an Toxoplasmose. Ungefähr ein Drittel aller Schwangeren ist immun, da sie die Krankheit in der Vergangenheit bereits hatten (auch wenn diese unbemerkt geblieben ist) und folglich entsprechende Antikörper im Körper haben.
Dadurch fallen bereits viele Schwangere weg, welche nicht betroffen sein können. Alle anderen Schwangeren können eine Infektion durch ein vorausschauendes Verhalten verhindern. Machen Sie sich also keine unnötigen sorgen, sondern achten Sie einfach auf die wenigen wichtigen Dinge, welche Sie sicherheitshalber meiden sollten.

Mögliche Gefahren für das ungeborene Baby

Bild schwangere Frau wirkt kränklich Eine Toxoplasmose ruft keine klar erkennbaren Symptome hervor, weshalb sie oft nicht erkannt wird.

Infizieren sich schwangere Frauen mit dem Parasit, besteht erhöhte Gefahr für das Ungeborene. In diesem Fall sind Schädigungen der Organe und des zentralen Nervensystems wahrscheinlich. Darüber hinaus steigt das Risiko einer Tot- bzw. Fehlgeburt. Außerdem steigt auch noch die Gefahr, dass Ihr Kind einen Hydrocephalus (auch Wasserkopf genannt) entwickelt und in Folge dessen Hirnschäden erleidet. Es hat sich gezeigt, dass einige der von Toxoplasmose geschädigten Babys zunächst keine Schäden aufweisen, diese jedoch im Laufe der nächsten Monate oder gar Jahre entwickeln. Zu diesen Spätfolgen zählen Augenschäden, Hörprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Fazit

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau ausgerechnet während ihrer Schwangerschaft das erste Mal an Toxoplasmose erkrankt, ist wirklich sehr gering. Wenn Sie die genannten Gefahrenquellen immer im Auge behalten, wird Ihnen und Ihrem ungeborenen Baby nichts passieren. Machen Sie sich also nicht unnötig verrückt, sondern genießen Sie Ihre Schwangerschaft in allen Zügen. Sollten Sie allerdings doch einmal einen Verdacht hegen, dass Sie sich mit dem Parasiten infiziert haben könnten, dann zögern Sie nicht Ihren Arzt aufzusuchen. Eine schnelle Behandlung kann Ihrem Baby im Fall der Fälle vielleicht das Leben retten bzw. schlimmeres verhindern.

Da eine Schwangerschaft mit vielen Verpflichtungen, Aufgaben und auch Ängsten verbunden ist, haben wir Ihnen in unseren Babyratgebern einige Fragen rund um die Schwangerschaft und Babys beantwortet. Weiterführende Informationen erhalten Sie auch im Ratgeber Was muss ich in der Schwangerschaft beachten?

 

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