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Hamsterratgeber

Was tun gegen bissige Hamster? Wie gewöhne ich dem Hamster das Beißen ab?

Bild Hamster Mit viel Training und Geduld zum handzahmen Hamster: Wir verraten Ihnen nützliche Schritte!

Wenn Hamster zubeißen, beginnt für den Halter die Suche nach dem Auslöser. Beißen und Kratzen sind häufig ein Ausdruck für Angst und Stress. Zumeist finden sich die Ursachen in der falschen Haltung, die die Tiere sprichwörtlich verrückt machen kann. In einzelnen Fällen kann das Verhalten auch ein Indiz für einen schlechten Gesundheitszustand des Hamsters sein. Wir verraten Ihnen, wie Sie den kleinen Tieren das Beißen abgewöhnen.

Das Wesen eines „Kampfhamsters“

Hamster sind im Tierreich als Eigenbrötler und Nachtschwärmer bekannt. Wer seinen Hamster am Tag rücksichtslos aufweckt, muss mit einer Beißattacke rechnen – schnell reißt dem Hamster in einer solchen Situation der Geduldsfaden. Eine Verhaltensstörung kann in diesem Fall ausgeschlossen werden: Der Hamster wurde aus seinem Schlaf gerissen und vom Halter durch die Kuschelattacke gestört. Er ist verwirrt, fühlt sich bedroht, möchte sein Revier verteidigen und beißt folglich zu.

Beschäftigung ist das A und O

Wer den Kauf eines Hamsters erwägt, sollte sich im Vorfeld die richtige Käfigeinrichtung anschaffen. Wenn die passenden Beschäftigungsmöglichkeiten fehlen, wird selbst der größte Käfig schnell zum langweiligen Gefängnis. So stellt beispielsweise Heu nicht nur ein Nahrungsmittel dar, vielmehr kann der Hamster daran ausführlich nagen oder baut damit sein Häuschen aus. Das Nagebedürfnis können Sie darüber hinaus mit Zweigen stillen, besonders geeignet sind Buchen-, Obstbaum- sowie Haselnusszweige. Achten Sie darauf, dass die Zweige frei von scharfen Spitzen sind, an denen sich die Tiere verletzen könnten. Wer auf der Suche nach Inspiration ist, findet in der Zoohandlung viele Anregungen.

Aber Achtung: Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. rät vom Kauf von Hamsterkugeln dringend ab – es besteht die Gefahr, dass sich das Tier in diesen verfängt und sich nicht selbstständig befreien kann. Selbiges gilt für durchsichtige Röhrensysteme – entgegen der verbreiteten Herstellermeinungen haben diese Bauten nichts mit den natürlichen Wohnräumen von Hamstern zu tun und lösen bei den Tieren großen Stress aus. Ein absolutes No-Go sind Plastikobjekte. Knabbern die Tiere an Kunststoff, können kleine Teile des Materials in deren Magen gelangen und hier Schäden anrichten. Welches Zubehör in den Käfig gehört, lesen Sie hier .

Schritt für Schritt vom Beißer zum Schmusetier

Bild von Hamsterkäfig In einem schönen Zuhause fühlt sich der Hamster besonders wohl.

Für den Prozess der Zähmung müssen Sie viel Geduld aufbringen. Beispielsweise benötigen Hamster nach einem Umzug in ein neues Revier Zeit für sich: Der Stress des Umzugs muss verarbeitet und das neue Revier erkundet werden. Lassen Sie den Hamster mindestens einen Tag allein im Käfig, bevor Sie seine Nähe suchen.

  1. Schritt: Am Tag nach dem Einzug können Sie sich mit dem Hamster unterhalten. Auf diese Weise machen Sie den Hamster mit Ihrer Stimme vertraut. Bei der täglichen Versorgung mit Wasser und Futter müssen Sie ruhig agieren. Auch in diesen Situationen können Sie mit dem Tier reden. Greift er Sie an, sollten Sie sich zurückziehen. Unter allen Umständen müssen Sie es vermeiden, von oben nach dem Tier zu greifen. Achten Sie darüber hinaus auf eine ruhige Umgebung, laute Geräusche verschrecken Hamster und können verhaltensauffälliges Verhalten fördern.
     
  2. Schritt: Geben Sie dem Tier Zeit. Nach einer Beißattacke sollen Sie ihn erst einmal ein paar Tage in Ruhe lassen. Starten Sie schließlich einen neuen Versuch, in dem Sie ihn anlocken. Beispielsweise können Sie ein Leckerli auf die Hand nehmen. Halten Sie die flache Hand ins Gehege, sodass diese den Boden berührt. Halten Sie sich von seinem Nest und seinem Fluchtort fern. Der Hamster könnte Sie andernfalls aus Panik beißen. Wiederholen Sie diese Übung so lange, bis der Hamster die Hand erkundet.
     
  3. Schritt: Nähert sich das Tier langsam und traut sich, Ihre Hand zu erkunden, ist das ein gutes Zeichen. Nun kann es nicht mehr lange dauern, bis der Hamster seine kleinen Fellpfoten auf die Hand absetzt und am Futter schnüffelt. Es kann gut sein, dass er Sie vorsichtig in die Fingerspitzen zwickt. Schubsen Sie ihn vorsichtig weg, um zu signalisieren, dass er das nicht darf. Beißt er des Öfteren kräftig zu, kann sich der Kauf von festen Handschuhen lohnen. Beißattacken können Sie nun einfach aussitzen. Das Tier wird bald begreifen, dass die Beißerei keinerlei Effekt hat.
     
  4. Schritt: Traut der Hamster sich auf Ihre Hand, können Sie ihn vorsichtig hochnehmen. Sollte er Sie beißen, dürfen Sie das Tier nicht fallen lassen! Setzen Sie ihn ruhig in den Käfig ab und lassen Sie ihn in Ruhe. Unter keinen Umständen dürfen Sie das Tier im Nacken hochheben – dies ist für Hamster schmerzhaft und macht ihnen Angst.
     
  5. Schritt: Wenn der Hamster Sie mittlerweile duldet, können Sie mit dem Streicheltraining beginnen. Im besten Fall verbindet das Tier Ihre Hand mit etwas Positivem wie Futter. Irgendwann wird das Tier angesichts Ihrer Hand freudig angelaufen kommen. Beginnen Sie nun mit dem Berührungstraining: Reichen Sie dem Tier das Futter und berühren Sie (während es vom Futter abbeißt) leicht seinen Kopf. Der Finger darf das Tier nur während des Abbeißens berühren. Sobald der Hamster kaut, verschwindet der Finger. Dehnen Sie die Berührung nach ein paar erfolgreichen ersten Versuchen auf den gesamten Körper aus. Das Tier akzeptiert Ihre Berührungen? Dann können Sie behutsam versuchen, es während des Kauens zu kraulen.

Grundlegende Verhaltensregel im Umgang mit Hamstern

Bild von Hamster Mit unseren Tipps werden Ihre Hamster nicht mehr zubeissen
  • Wecken Sie den Hamster tagsüber nicht. Er könnte mit Bissigkeit reagieren.
  • Selbiges gilt, wenn er gerade aufsteht. Seine Ohren sind noch angelegt, die Augen noch halb geschlossen, er bewegt sich langsam – warten Sie, bis er sich fertig geputzt und gestreckt hat, etwas gefressen hat und anfängt zu spielen. Vergleichbar ist dies mit der menschlichen Morgentoilette – sicherlich möchten Sie währenddessen auch nicht gestört werden und würden andernfalls unwirsch reagieren.
  • Hamster haben eine feine Nase. Benutzen Sie dasselbe Parfüm sowie Seife, wenn Sie mit dem Hamster umgehen. Waschen Sie sich nach Kontakt mit anderen Tieren gründlich die Hände. Wenn Sie ungewohnt riechen, steigt das Risiko, dass der Hamster zubeißt.W

 

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Bildquellen:

Bild 1 : © Tatyana Kazakova / Pixabay.com

Bild 2 : © markt.de

Bild 3 : © Aliaksei Hintau/ Fotolia.com

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